2015-16_WS_Grossbauten_motiv

Der Berliner Großflughafen, die Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 – Großbauvorhaben prägen in den letzten Jahren das mediale Bild von Architektur. Im Vordergrund stehen dabei zumeist die Schwierigkeiten in Logistik, politischer Planung und finanzieller Absicherung. Ein anderer Aspekt ist aber von ebenso großer Bedeutung: die Rückkehr der Monumentalität in die architektonische Planung, die sich seit den 90er Jahren beobachten lässt. Anders als noch in den Nachkriegsjahrzehnten, scheint es nun auch von politischer Seite her keine Scheu mehr vor der großen baulichen Geste zu geben. Berlin bietet dafür inzwischen eine große Zahl an Beispielen, vom Kanzleramt, den Parlamentsbauten und dem Hauptbahnhof im Spreebogen bis hin zur Errichtung des Humboldtforums mit der Fassade des Berliner Schlosses.
Wie lässt sich diese Tendenz erklären? Welche ideelle Bedeutung besitzt “Größe” in der Architektur heute, und welchem historischen Wandel unterliegen die entsprechenden Zuschreibungen seit der Antike? Ist eventuell auch das Scheitern am Großbau altbekannt? Die Vortragsreihe verortet das Phänomen architektonischer Monumentalität in einem weiten historischen Kontext vom alten Ägypten und der europäischen Bronzezeit bis zur Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Die Blickwinkel von Archäologen und Architekturforschern werden ergänzt durch diejenigen zeitgenössischer Architekten, Schriftsteller und Architekturkritiker. Dabei reicht das inhaltliche Spektrum von Aspekten der architektonischen Planung und Baustellenlogistik bis zur Frage: warum überhaupt baut eine Gesellschaft monumental?

 

Program

13.10.2015
18:15 - 20:00
Michael MönningerInstitut für Kunstwissenschaft, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
20.10.2015
18:15 - 20:00
Stephan BraunfelsFachbereich Architektur und Gebäudetechnik, Beuth-Hochschule Berlin
3.11.2015
18:15 - 20:00
Friedrich DieckmannSchriftsteller, Berlin
10.11.2015
18:15 - 20:00
Nikolaus BernauRichard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte e.V.
17.11.2015
18:15 - 20:00
Hans-Georg LippertInstitut für Baugeschichte, Architekturtheorie und Denkmalpflege, Technische Universität Dresden
24.11.2015
18:15 - 20:00
Größer, besser, länger: Langzeitplanung und Sofortmaßnahmen der Ming Dynastie im Jahr 1435
Dagmar SchäferMax-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
1.12.2015
18:15 - 20:00
Von Carnac bis Flintbek - Monumentalität und die Megalithbauten der West- und Nordeuropäischen Vorgeschichte
Martin FurholtInstitut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
8.12.2015
18:15 - 20:00
Seddin, ein monumentaler Grabhügel der Bronzezeit
Svend HansenDAI Eurasien-Abteilung, Deutsches Archäologisches Institut
Jens MayBrandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
Franz SchopperBrandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
15.12.2015
18:15 - 20:00
Henning FranzmeierUCL Qatar, University College London
5.1.2016
18:15 - 20:00
Ulrike Wulf-RheidtArchitekturreferat an der Zentrale Berlin, Deutsches Archäologisches Institut
12.1.2016
18:15 - 20:00
Assur, Babylon und die Rhetorik des Monumentalen
Eva Cancik-KirschbaumInstitut für Altorientalistik, Freie Universität Berlin
19.1.2016
18:15 - 20:00
Daniela SpiegelProfessur Baugeschichte und Denkmalpflege, Bauhaus-Universität Weimar
26.1.2016
18:15 - 20:00
Hermann ParzingerStiftung Preussischer Kulturbesitz
2.2.2016
18:15 - 20:00
City Planning and Monumentality: Urban Symbology in Iron Age Turkey
James OsborneOriental Institute, University of Chicago, USA
9.2.2016
18:15 - 20:00
VORTRAG ENTFÄLLT! Figur, Symbol, Bild. Monumentalität und Architektur im 20. Jahrhundert
Carsten RuhlKunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt am Main