Im Zentrum des Projekts steht der Raumbezug von genealogischen Narrativen, wie er sich in den damit verknüpften Wanderungsmythen artikulierte. Dabei werden unter „Genealogie“ nicht so sehr reale Verwandtschaftsbeziehungen von Individuen verstanden, als vielmehr genealogische Konstruktionen, die darauf beruhen, dass Blutsverwandtschaft von Einzelnen, Gruppen, Stämmen, Ethnien und/oder Gottheiten imaginiert wird. Diese Konstruktionen entfalten ein hohes identifikatorisches Potential, wenn sie mit Migrationsmythen verbunden werden, da sie die bestehende Raumordnung deuten, diese in ein Netzwerk wechselseitiger Raumbezüge einbauen, einen Vergangenheitsbezug zur räumlichen Gegenwart herstellen und den realen oder imaginierten Transfer von Wissen thematisieren. Hier stellt sich auch die Frage, ob die historische Erfahrung von Mobilität in bestimmten Gesellschaften die Entstehung von Wanderungsmythen begünstigt.
Das wichtigste Ergebnis des ersten Workshops zum Thema (Mai 2010) war die Erkenntnis, dass es aufgrund der Komplexität des betrachteten Phänomens und der Diversität der Quellenlage in den verschiedenen Disziplinen notwendig ist, das Thema genauer auf bestimmte Fragestellungen zu fokussieren. Deshalb soll es bei der geplanten Tagung im Oktober 2011 primär um den Raumbezug von genealogischen Narrativen und mit ihnen verknüpften Wanderungsmythen gehen.
Almut-Barbara Renger works on myths, legends, idols, and icons. Areas of research include: theory of genres, poetology, and narratology; theory of fairy tales and myths; religion and philosophy in Greco-Roman antiquity, from the archaic age to late antiquity; sociological theory; history of science; and “the classical tradition” (reception of antiquity in literature, fine arts, and film). Secondary focus in the Institute for the Scientfic Study of Religion at the Freie Universitaet Berlin: representations of ancient religion and philosophy in new religious movements; gender studies in the fields of literature and religion; and Western reception of Buddhism in theory, literature, and film.
Since 2009 member of the Cross Sectional Group V. Research topic: “Genealogy in Religions and Cultures of Antiquity.”
As a Doctoral Fellow of Research Group C-I-1 “Spaces in Language”, Sebastian Fischer is working on the linguistic means by which spatial relations are expressed in Hurrian, a cuneiform-scripted language of the ancient Near East. The linguistic material to be researched derives from the 2nd Century B.C.. A better understanding of the individual languages – of Hurrian in this case – is a contribution to the expansion of knowledge of the history and culture of the Ancient Orient.

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