Her current research project within TOPOI is shared with Dr. Gemma Tully and deals with “Contemporary communities and archaeology: Investigating the relationship between the inhabitants of modern al-Qurna and local archaeological sites (Thebes, Egypt)”
Geschichte
Der Burgwall von Lossow wurde als befestigte Siedlung in der späten Bronzezeit auf einem markanten Hochufer an der Oder errichtet (12. Jh. v. Chr.). Nach dieser Nutzungsphase etablierte sich auf gleichem Platz ein früheisenzeitliches Kultzentrum (8.-6. Jh. v. Chr.), dessen Bedeutung und Außergewöhnlichkeit sich durch die Befunde von über 60 lokalisierten, bis zu 8 m tiefen sog. Opferschächten auszeichnet, die mit Menschen- und Tierskeletten verfüllt waren. Es ist davon auszugehen, dass der Burgwall bereits als befestigte Siedlung in der späten Bronzezeit Zentralortcharakter besaß, der mit dem Funktionswechsel zum Kultplatz in der frühen Eisenzeit neue Dimensionen und Inhalte erhielt.
Ziele
Die Ziele des Forschungsprojektes „Lossow“ ergeben sich aus dem bisherigen ungenügenden Forschungs- und Wissensstand zu diesem bedeutenden Fundplatz. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, in interdisziplinären Untersuchungen die Voraussetzungen und Gründe herauszuarbeiten, die zur Herausbildung des Zentralortes und seinen Funktionen führten. So stehen zum einen Fragen nach der bronzezeitlichen Burgwallsiedlung im Mittelpunkt der Untersuchungen (Innenbebauung, Nachweise von wirtschaftlichen/handwerklichen Tätigkeiten, zentralörtliche Funktionen). Zum anderen ist bis heute nicht geklärt, wie es zur Entstehung des Kultplatzes in der frühen Eisenzeit kam und ob es beispielsweise neben den Opferschächten andere Neben- oder gar Kultbauten gegeben hat. Ebenso wurde die umfassende Analyse des siedlungsgeschichtlichen Umfeldes der Anlage bisher vernachlässigt, so dass über die regionale Einbindung des Burgwalls kaum Aussagen getroffen werden können.
Vor diesem Hintergrund wurden 2008/09 archäologische Untersuchungen im Burgwallinnenbereich sowie im Frühjahr 2009 auch im Burgwallaußenbereich durchgeführt. Hier konnte die zum bronzezeitlichen Burgwall zugehörige Vorburgsiedlung lokalisiert und in einem ersten Ausschnitt archäologisch untersucht werden. Zudem befinden sich in unmittelbarer Nähe mindestens ein zeitgleiches Gräberfeld und weitere offene Ansiedlungen. Auch diese archäologisch bedeutsamen Fundplätze werden in die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen zur komplexen Beurteilung eines Zentralortes einbezogen.
Publikation
Erste Ergebnisse der umfassenden Prospektions- und Grabungstätigkeiten sind bereits aufgearbeitet und zur Publikation in der neu gegründeten Publikationsreihe Lossower Forschungen Bd. 1 vorgelegt worden (Beilke-Voigt, I./Schopper, F. (Hrsg.), Lossow – Alte Forschungen und neue Projekte. Materialien zur Archäologie Brandenburgs Bd. 4. Lossower Forschungen Bd. 1 (Rahden/Westf. 2010).
Susan Pollock received her PhD in Anthropology, with a specialization in Near Eastern archaeology, at the University of Michigan. She is a professor at Binghamton University and guest professor in the Institut für Vorderasiatische Archäologie at the Freie Universität Berlin. She has long-standing research interests in the development of state and urban societies in Western Asia and their roots in Neolithic villages in the region. She has focused on studies of households and political economies, feminist research in archaeology, and the political economy of archaeological practice. Within Topoi (A-4) she is engaged in a project on the “textile revolution” in Western Asia and Europe, which examines the timing and consequences of the introduction of wool. In Area A-2 she is involved in the study of mobility in the context of early villages in the Kopet Dag foothills.

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